Cyrill Lachauer

Cyrill Lachauer, 1979 in Bayern geboren, nutzt verschiedene Medien, um die soziologische Relevanz von Natur zu untersuchen und sich dieser ästhetisch anzunähern. „Es geht ihm dabei um die kontextuellen Verschiebungen zwischen Natur und deren zivilisatorischer Nutzung und Umdeutung. Nicht die Dichotomie von Wahrnehmung interessiert Lachauer, sondern vielmehr eine rhizomartig sich ausbreitende Verästelung von Bedeutungsmöglichkeiten.“ (Thomas Köhler).

Cyrill Lachauer bedient sich zum einen bewusst einer minimalistischen Bildsprache, zum anderen arbeitet er mit narrativen Strukturen, in denen er die traditionellen Grenzen des Dokumentarischen verlässt und Fragen nach Objektivität und der Konstruktion von Bildern stellt.

Gregor Quack schreibt über Cyrill Lachauers Trickster Serie:

Mit nur drei fetten Strichen des Siebdruckrakels fügt Cyrill Lachauer der Fotografie nicht nur eine tricksterhafte Irritation über die verschiedenen kosmetischen Veränderungen hinzu, denen sich die Realität Amerikanischer Ureinwohner ausgesetzt sah, sondern positioniert auch seine eigene künstlerische Arbeit unbequem zwischen zwei historisch entgegengesetzten Motivationen, bereits existierende Bilder zu übermalen. Lachauer ist sicherlich nicht darauf bedacht, den letzten Schliff in Art eines William Turner (1789- 1862) anzubringen, der eine Gewohnheit daraus machte, seine Konkurrenz damit zu überraschen, dass er kurz vor Ausstellungseröffnung noch einige Pinselstriche vollzog. Lachauer ist dennoch auch weit davon entfernt, von dem ikonoklastischen Eifer motiviert zu sein, der religiöse Fanatiker und Künstler durch die Geschichte geleitet hat. Mit seiner halbdurchsichtigen Ergänzung das Original weder verschönernd noch entstellend, und seiner eigenen, weder vollkommen schaffenden noch zerstörenden Rolle, könnte man in der Tat Lachauers eigene Figur als die des Tricksters verstehen.

en de

onDblClick Start — onClick Stopp